Desaster zu Beginn, Schock am Ende

Saarbrücker Zeitung von Daniel Novickij – 10.03.2020

Die Basketballer der Saarlouis Sunkings haben gegen Kaiserslautern eine bittere Heim-Niederlage kassiert. Der entscheidende Korb fiel mit der Schluss-Sirene. Nach der Leistung in der ersten Hälfte hätten sie einen Sieg aber auch nicht verdient gehabt.

Schock für die Basketballer des Regionalligisten Saarlouis Sunkings am Sonntagabend: Es steht 76:75 für die Gäste vom 1. FC Kaiserslautern – und noch sind fünf Sekunden zu spielen. Sunkings-Center Nicholas Burgard tankt sich unter dem gegnerischen Korb durch und wird gefoult. Den ersten Freiwurf trifft Burgard zum 76:76-Ausgleich. Den letzten Versuch versemmelt er.

Doch es soll noch schlimmer kommen. Kaiserlauterns Aaron Anthony Reams sichert sich den Abpraller. Jeder der rund 300 Zuschauer in der Sporthalle am Stadtgarten hat sich bereits auf die Verlängerung eingestellt. Doch Reams fasst sich ein Herz und wirft aus der eigenen Hälfte Richtung des gegnerischen Korbs. Mit der Schluss-Sirene fällt der Ball ins Netz: das 79:76 für die Gäste. Der Sieg.

Die Ersatzspieler der Gäste sind außer sich vor Freude und stürmen das Feld. Die Saarlouiser hingegen wirken wie versteinert, entsetzt, fassungslos. Es dauert ein bisschen, bis sie die Sprache wiederfinden. „Dieser letzte Wurf war unglaublich“, sagt Sunkings-Kapitän Ricky Easterling dann und ergänzt: „So willst du ein Spiel niemals verlieren.“

Die Sunkings hatten sich diesen Abend ganz anders vorgestellt. Nach der 67:81-Blamage im Hinspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern waren die Saarlouiser eigentlich auf Wiedergutmachung aus. Die Sunkings gingen nach der Tabellen-Konstellation als klarer Favorit ins Rennen. Der Siebtplatzierte der aktuellen Saison traf auf den Tabellenzwölften. Die Vorzeichen standen dennoch ungünstig – einige Sunkings-Spieler waren angeschlagen. „Ich war nicht richtig fit. Mich plagten Rückenschmerzen“, verrät etwa Finn Heyd. Nii Narku Bergmann laboriert weiterhin an seiner Daumenverletzung. Auch bei Burgard lief nach einer starken Erkältung lange noch nicht alles rund.

„Im Hinspiel dachte ich: Schlechter geht’s nicht. In den ersten 25 Minuten haben wir aber bewiesen, dass es doch geht“, kritisierte Sunkings-Trainer Dominic Dörr. Die Sunkings erwischten einen Horrorstart und liefen zum Ende des ersten Viertels bereits einem 14:26-Rückstand hinterher. Im zweiten Viertel wurde es nicht besser – die Saarländer standen komplett neben sich. „Wir waren zu Beginn völlig von der Rolle“, monierte Heyd. Die Mannschaft sei immer einen Schritt zu spät gewesen.

Die Gäste kontrollierten das Spiel und gingen mit einer 42:27-Punkte-Führung in die Halbzeitpause. Den Sunkings drohte eine Packung. Die roten Teufel stürmten zwischenzeitlich mit einem 25-Punkte-Vorsprung davon. „Die Gegenspieler standen komplett frei und konnten in aller Ruhe einnetzen“, kritisierte Dörr. „Wir haben immer wieder die gleichen Fehler gemacht“, sagte Easterling. „Das war keine Sache der Einstellung“, fand Heyd.

Erst im dritten Viertel kamen die Sunkings langsam ins Spiel – und starteten gegen Ende des Viertels eine Aufholjagd. Der Gäste-Vorsprung schmolz auf zwölf Punkte. Im letzten Viertel kochte dann die Stimmung in der Stadtgartenhalle. Die Sunkings drängten auf den Ausgleich. „Das war ein tolles Comeback. Das hätte einen Sieg verdient gehabt“, sagt Dörr. Sieben Sekunden vor Schluss brachte Filip Kamenov die Sunkings per Distanzwurf sogar mit 75:74 in Führung. Doch am Ende reichte es nicht.

Durch die Niederlage fielen die Sunkings in der Tabelle auf Rang acht zurück. Am kommenden Sonntag muss die Mannschaft beim Tabellen-Vorletzten Kronberg ran.

Die Punkte für die Sunkings: Ricky Easterling 23, Filip Kamenov 16, Nii Narku Bergmann 12, Jonathan Almstedt 9, Paul Fuchs 8, Nicholas Burgard 7.